Ein Nachmittag im Zeichen der Zusammenarbeit
Einmal jährlich begrüssen wir die Studierenden der Swiss Chiropractic Students zu einem besonderen Workshop bei der Balgrist Tec AG. Ziel des Vormittags: unsere orthopädietechnischen Leistungen praxisnah erlebbar zu machen – und gleichzeitig die enge Verzahnung innerhalb unseres Kompetenzzentrums mit der Universitätsklinik Balgrist aufzuzeigen.
Die Initiative für diesen interdisziplinären Austausch entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Chiropraktische Medizin, wo die Teilnehmenden ihre Ausbildung absolvieren. Ein perfektes Beispiel für gelebte Synergien innerhalb des Balgrist-Universums.
Einstieg mit Überblick: Wo Orthopädietechnik und Chiropraktik sich begegnen
Zum Auftakt führte Katinka Müller, Leiterin Qualitätsmanagement Balgrist Tec AG, in die Thematik ein und gab den Teilnehmenden einen verständlichen Überblick über die vier zentralen Bereiche unserer Orthopädietechnik:
- Bandagistik
- Orthetik
- Prothetik
- Burn Care (in Kooperation mit dem Kinderspital Zürich



Die anschliessende fachliche Vertiefung übernahm Sergio Stefanelli, Leiter Orthopädietechnik. Mit grossem Know-how und einem Gespür für die Fragen der Studierenden erklärte er, wo orthopädietechnische Lösungen den chiropraktischen Therapieerfolg unterstützen und wie wichtig die enge Abstimmung zwischen den Disziplinen ist – gerade im Alltag der Patientinnen und Patienten.
Theorie trifft Praxis: Berühren, begreifen, besser verstehen
An interaktiven Stationen durften die Studierenden nicht nur Fragen stellen, sondern auch selbst Hand anlegen. Neben konfektionierten Bandagen und individuell gefertigten Helmen für Epilepsie-Patientinnen und -Patienten wurden auch Lösungen aus dem sensiblen Bereich der Burns Care vorgestellt.

Faszinierende Einblicke in die Prothetik
Die Gespräche zeigten deutlich: Das Interesse an der praktischen Umsetzung war gross. Wie fühlt sich eine Prothese an? Was bedeutet Passgenauigkeit? Welche Materialien werden eingesetzt – und wie nachhaltig sind sie?
Der Weg von der Ursache einer Amputation bis zur individuell angepassten Prothese wurde anschaulich erklärt. Die Teilnehmenden erfuhren, wie komplex der Aufbau ist: von der Liner-Anpassung und dem Einfluss des Stumpfvolumens über die Auswahl industriell gefertigter Passteile bis zur millimetergenauen Herstellung eines komfortablen, funktionellen Schafts.
Gerade Oberschenkelprothesen stellen hohe Anforderungen an Technik und Einfühlungsvermögen – von der statischen Abstützung bis zur Verschalung und kosmetischen Anpassung. Themen wie Schwitzen, Hautverträglichkeit, Tragekomfort und Regelkontrollen wurden offen besprochen. Auch biomechanische Aspekte wie die Impulssteuerung des Kniegelenks durch die Hüfte wurden anschaulich vermittelt.



Und Action: Besuch in Gipsraum und Werkstatt
Nach der Theorie folgte der praktische Teil: eine geführte Tour durch die Gipsräume sowie die Werkstatt. Hier konnten die Studierenden erleben, wie aus Modellen passgenaue Hilfsmittel entstehen – stets abgestimmt auf Gewicht, Aktivitätsgrad und Alltag der jeweiligen Person. Jeweils zwei Fachpersonen decken solch einen Fertigungsprozess ab.



Das Highlight zum Schluss: Eine Live-Demonstration mit einer Patientin, die ihre Prothese in Aktion zeigte – ein Moment, in dem sich Theorie und Praxis auf eindrückliche Weise verbanden.

Fazit: Gemeinsam weiterdenken
Der Workshop war mehr als eine Einführung in die Orthopädietechnik – er war ein lebendiger Austausch zwischen zwei Fachrichtungen, die sich im Alltag ihrer Patientinnen und Patienten immer wieder begegnen. Die vielen Fragen, das aktive Mitmachen und das ehrliche Interesse der Teilnehmenden zeigen: Hier wurde Verständnis geschaffen – und der Grundstein für zukünftige interdisziplinäre Zusammenarbeit gelegt.
Wir danken allen Beteiligten – insbesondere dem Zentrum für Chiropraktische Medizin – für ihr Engagement und freuen uns auf weitere gemeinsame Formate. Denn Wissen teilen heisst, gemeinsam weiterzukommen.




